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Die Erlebniswelt von Babys

Ein Baby hat seine eigene innere Erlebniswelt, eigene Gefühle und emotionale Bedürfnisse. Bereits vor seiner Geburt hat der Fötus Eindrücke und Erfahrungen gewonnen und die Geburt ist für ihn ein beeindruckendes Ereignis. Ein Baby reagiert sehr empfindlich auf diese Erfahrungen und es speichert sie in seinem Körpergedächtnis. Stärker noch: Diese frühen Erfahrungen bringen Verhaltensmuster und Einstellungen hervor, die das Baby in sich trägt und sein gesamtes weiteres Leben beeinflussen.

Für ein Baby ist eine gute, sichere Bindung mit seiner Mutter von großer Bedeutung für seine gesunde Entwicklung. Es braucht dafür Geborgenheit und Wärme.

Diese frühe Bindung wird oft negativ beeinflusst bzw. gestört durch unvorhersehbare, teilweise kaum beeinflussbare Umstände vor und während der Geburt und auch in den ersten Lebensmonaten.

 

Alles, was seine sichere Bindung stören kann, wird von dem Baby als belastend oder sogar traumatisch erlebt. So kann ein Baby schon in der Gebärmutter unter Stress leiden. Es kann auch durch die medizinischen Interventionen während seiner Geburt belastet sein. Während es in einem Inkubator liegt, leidet es unter der Trennung von seiner Mutter und dem damit verbundenen Bindungsabbruch. Solche tiefgreifenden Erfahrungen hinterlassen ihre Spuren und können das Baby in emotionale Not bringen. Eine möglichst frühe und gute Behandlung kann spätere Probleme vermeiden. Ein Baby kann uns durch eine Vielzahl von Signalen deutlich zeigen, dass es sich nicht gut fühlt.

Signale

Woran können wir erkennen, ob ein Baby emotionale Probleme hat? Obwohl das Baby noch über keine gesprochene Sprache verfügt, kann es seine Bedürfnisse und Wünsche äußern bzw. zeigen. Dies tut es durch seine Körperhaltung, seine Bewegungen, Gestik und Mimik, Augenkontakt, durch seine Hautfarbe oder seinen Muskeltonus. Ein Baby ist sehr direkt in seinen Mitteilungen, in seiner Kommunikation. Durch einen Blick auf seine Körpersprache können wir uns ein Bild von den Emotionen machen, die in seinem Körpergedächtnis stecken.

Die folgenden Signale können darauf hinweisen, dass ein Baby es vor, während oder kurz nach seiner Geburt schwer hatte:

 

  • oft und lang anhaltendes Weinen

  • kreischendes Schreien

  • eine versteifte Körperhaltung

  • Vermeiden von Augenkontakt

  • verstärkte unruhige Bewegungen oder auch Passivität

  • Schlafstörungen, beim Einschlafen wie auch beim Durchschlafen

  • Essprobleme oder Reflux (Spucken)

  • starke Hautreaktionen

  • Kurzatmigkeit

Die Sitzung

Zu Beginn erfassen wir die Vorgeschichte des Babys von seiner Zeugung an. Während die Mutter erzählt, beobachten wir seine Körpersprache: Was sagt uns das Baby? Wie kommentiert es Mamas Geschichte?

Indem wir die Körpersignale des Babys erkennen und interpretieren, verstehen wir seinen emotionalen Schmerz sowie dessen Lokalisierung im Körper.

Babys reagieren auf sanfte Berührung an genau den Körperstellen, an denen sie früher Stress erfahren haben. So werden Körpererinnerungen aktiviert. Wir zeigen dem Baby unsere warmherzige Anteilnahme und Empathie. Dann zeigt es uns seinen Schmerz. Nach Außen macht sich dies in der Regel durch Weinen bemerkbar. Das ist bedeutsam und wichtig, weil sich dann seine Trauer, seine Wut, sein Stress und seine Anspannung entladen.

Es ist unbedingt notwendig, dass wir dem Baby während des Prozesses genügend Unterstützung und Sicherheit geben. Es muss ausreichend Zeit und Raum bekommen, um in einem sicheren emotionalen Klima, einer sicheren Umgebung, seine Gefühle auszudrücken und zu verarbeiten.

Wir arbeiten nicht mit physischen Manipulationen. Wir arbeiten an den emotionalen Problemen, die zu körperlichen Beschwerden geführt haben. Wir konzentrieren uns auf die seelischen Ursachen der Beschwerden, nicht auf körperliche Symptome.

 

Die Eltern leiden häufig mit ihren Babys und können sich dadurch körperlich und emotional belastet oder überfordert fühlen.

 

In unserem Ansatz unterstützen wir auch die Eltern:

  • indem sie die Sprache des Babys lernen

  • durch praktische Tipps im Umgang mit den Emotionen des Babys

  • indem sie Raum für die eigenen Gefühle bekommen

  • durch die Aufmerksamkeit auf eventuelle Ängste z.B. zu Versagen